Erste-Hilfe: Medizinische Grundversorgung - Ein Muss für jedermann

Es wird Zeiten geben, wo sich jeder wünscht, eine gewisse medizinische Grundversorgung zur Verfügung zu haben. Wer einmal eine Geschichte gehört hat, was alles passieren kann, wenn keine medizinische Versorgung vorhanden ist, der überlegt nicht zweimal, ob man sich eine anständige Erste-Hilfe-Notversorgung zulegt oder nicht.

Erste Hilfe Box mit den wichtigsten Mitteln zur medizinischen Grundversorgung.

Wir sind überzeugt davon, dass jeder Haushalt ein vernünftiges Erste-Hilfe-Kit verfügbar haben sollte. Auch sollte man, wenn viel Zeit in der Natur verbracht wird, eine entsprechend abgespeckte Version dabei haben. Gleiches oder ähnliches gilt für den Bug-out-bag. Wem das noch nicht genügt, hier eine Liste von Gründen, die für einen Erste-Hilfe-Koffer sprechen:

  • Unfälle passieren - unerwartet. Unfälle sind, analog zu Krisen und Katastrophen, nicht berechenbar. Wer gut auf das Unvorhergesehene vorbereitet ist, kann Kurzschlussreaktionen und Panik vermeiden. Einen kühlen Kopf zu bewahren hilft, gute Hilfestellung bieten zu können. Wer seinen erste-Hilfe-Koffer gut ausrüstet und regelmässig überprüft, ist bereit und kann in der Notsituation effizient handeln. Auch wenn sonst keine Hilfe erreichbar ist.
  • Zeit ist worauf es ankommt. Bei schwerwiegenden Unfällen und starken Blutungen ist es überlebenswichtig, schnell und angemessen reagieren zu können. Gerade bei Blutverlusten oder Atemschwierigkeiten sollte man sich vor Augen halten, dass die Dauer der ersten Notversorgung einen gewaltigen Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit hat.
  • Auch kleine Verletzungen können zu grossen Problemen führen. Wer kleine Verletzungen falsch oder nicht behandelt, kann sich dadurch schwerwiegende Entzündungen zuziehen. Das gilt insbesondere auch für Krisensituationen, in welchen die Spitäler überlastet sind. Dann macht es umso mehr Sinn, dass kleine Wunden und Verletzungen auch selbstversorgt werden könnn.
  • Hilf Menschen die dir wichtig sind. Bei Verletzungen kann erste Hilfe Leben retten. Obs der Nachbar, der Mitarbeiter oder Partner - lass alle wissen, wo Du ein erste-Hilfe-Kit hast und dass man dieses im Notfall auch verwenden soll. Vielleicht bist Du selbst auch einmal froh, wenn Dir geholfen wird.
  • Kinder verletzen sich. Sei es aus Unerfahrenheit oder aufgrund von falschen Einschätzungen - Schnitte, Schürfwunden und kleine Verbrennungen gehören zum Kinderalltag dazu. Diese versorgen zu können gibt Sicherheit.
  • Kostenersparnisse. Wer wegen kleiner Unfälle jedesmal zum Doktor oder ins Spital fahren muss, verliert nicht nur Geld sondern auch Zeit. Ausserdem werden dadurch die öffentlichen Einrichtungen belastet (was wiederum über Steuern oder Versicherungsprämien auf jeden abgewälzt wird). Spar dir die Zeit und investiere etwas Geld in ein Erste-Hilfe-Kit. Es lohnt sich.
  • Ruhiges Gewissen und Seelenfrieden. Sich gut vorzubereitet und im Unglücksmoment richtig handeln ist Grund genug, sich ein erste-Hilfe-Koffer zuzulegen.

In diesem Erste-Hilfe Guide

Kontext und Zusammenfassung

Ziel dieses Guides ist nicht, eine universelle Liste für den Erste-Hilfe-Koffer im Büro oder im Klassenzimmer zusammenzustellen. Verletzungen im Büro unterscheiden sich zu Verletzungen die im Katastrophen-Fall vorkommen. Ziel ist ein Guide für Leute, die sich selbstständig auch etwas gröbere Verletzungen in abgelegenen Regionen stellen müssen. Verletzungen haben eine vielfältige Reichweite von kleinen Schnittwunden, Schürfungen und Blasen bis hin zu schwerwiegenden Verletzungen wie sie während Naturkatastrophen, Autounfällen oder Outdoor-Unfällen entstehen können.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Leute die sich ernsthaft mit erster Hilfe auseinandersetzen, nicht mit einem vorgefertigten erste Hilfe-Koffer zufrieden sind. Häufig sind die vorgefertigten Kits nicht mit dem richtigen Inhalt gefüllt oder die Quailtät ist nicht ausreichend und es müssen einzelne Inhalte mit besserem Material ersetzt werden. Gerade bei der medizinischen Notversorgung ist es wichtig, kein schlechtes Material zu haben. Wir empfehlen deswegen, selber ein Kit zusammenzustellen. Das ist nicht ganz günstig - aber es lohnt sich. Wer sehr sparsam mit Geld umgehen muss, kann sich jeweils das nächste Item individuell kaufen.

Wir unterscheiden verschiedene First-Aid-Kits und teilen alle in drei grundlegende Kategorien:

  1. Stufe 1: Kleine portable Kits, die in deiner Alltagstasche oder deinem Arbeits-Rucksack Platz finden. Diese Every-Day-Carry (EDC) medizinischen Erste-Hilfe-Kits reichen in der Regel aus, um kleine Wehwechen und Verletzungen zu versorgen. Sie helfen aber auch, dass Du unangenehme Situationen überstehen kannst und trotzdem noch nach Hause kommst.
  2. Stufe 2: Portable Erste-Hilfe-Versorgung die für grössere Outdoor-Expeditionen sinnvoll sind. Damit lassen sich die häufigsten mittleren Verletzungen auch unterwegs versorgen. Dein Bug-Out-Bag (BOB) sollte mit einem Stufe 2 First-Aid-Kit ausgerüstet sein.
  3. Stufe 3: Eine komplette Erste-Hilfe-Ausrüstung die Du möglicherweise zuhause oder im Auto zur Verfügung haben willst. Wichtig dabei zu wissen: Die meisten Unfälle geschehen nach wie vor im eigenen Haushalt.
Der Aufbau des Guides ist so, dass jede nachfolgende Stufe die vorherigen Stufen enthalten sollte. D.h. die komplette Erste-Hilfe-Ausrüstung auf Stufe 3 enthält die beiden vorhergehenden Stufen und noch einige Zusätze. Das erlaubt uns, die medizinische Grundversorgung auf eine einzelne, priorisierte Liste runterzubrechen und nur die Grenzen der Stufen zu deklarieren.

Eine priorisierte Liste hat weitere Vorteile: Du kaufst die wichtigsten Dinge zuerst und das Kit lässt sich soweit ergänzen, wie es Sinn ergibt oder bis kein Platz mehr vorhanden ist.

Individualisiere dein First-Aid-Kit!

Eine konsolidierte Liste hat viele Vorteile, sie kann aber kaum universell gelten. Individuelle Notwendigkeiten, z.B. Medikamente die jemand aus persönlichen Gründen häufig zu sich nehmen muss, haben einen starken Einfluss, wie die Erste-Hilfe-Kits am Schluss aussehen können. Auch Grösse, Gewicht, und die lokalen behördlichen Einschränkungen verändern, wie ein Kit zusammengestellt werden kann.

In diesem Guide mussten wir uns darauf beschränken, was den meisten Leuten in den häufigsten Krisen-Fällen am besten hilft. Wir können nicht berücksichtigen, welche verschreibungspflichtigen Medikamente, Inhalatoren oder Adrenalin/Epipen Spritzen jeder braucht. Solche Dinge müssen unbedingt in deine erste-Hilfe-Kits - und vermutlich werden sie dadurch den Platz oder das Gewicht eines anderen Gegenstandes einnehmen.

Zögere nicht, deine Erste-Hilfe-Kits zu individualisieren! Die Kompromisse, die Du mit dem Individualisieren eingehst, sind notwendig um ein gut abgerundetes Kit zu haben - sollten aber auch im Detail verstanden werden.

Stufe 1: Portable Kits als EDC - für kleine Verletzungen und den Alltag

Jedes Kit sollte mit diesen Basics starten. Wir betrachten die Liste als minimale Ausrüstung für deine Arbeitstasche oder den täglichen Ausflugsrucksack. Im wirklichen Krisenfall mit Einschränkungen in der medizinischen Versorgung oder wenn alltägliche Strukturen zusammenbrechen, wirst Du damit allerdings noch nicht weit kommen. Wenn Du in deinem EDC Kit mehr Platz hast, kannst Du auch Teile von Stufe 2 in dein Alltags-Kit einbinden.

  1. individuelle Medikamente und Hilfsmittel (z.B. verschreibungspflichtige Medikamente, Notfallmedikamente, Inhalatoren, Insulin-Pen, oder ähnliches)
  2. Pflaster
  3. Pinzette
  4. Schmerzmittel (z.B. Aspirin, Dafalgan, Algifor, Ibuprofen,...)
  5. Fiebersenker (siehe Schmerzmittel)
  6. Antidiarrhoikum (gegen Durchfall, z.B. Immodium)
  7. Antiallergikum (z.B. Lorano oder Cetirizin)

Pflaster sind Kombinationen aus Gazen und Verband und sind damit in vielen Fällen nützlich, um kleine Blutungen zu versorgen oder von Verschmutzung zu schützen. Für grössere Kits (siehe Stufe 2) empfehlen wir diese Komponenten separat bereitzustellen - dennoch sind Pflaster auch dort nützlich. Es lassen sich nämlich grössere Verbände auch mit Pflastern befestigen und fixieren. Wir empfehlen mindestens ein Duzend Pflaster in verschiedenen Grössen und Formen dem Stufe-1 Erste-Hilfe Kit beizulegen.

Um kleine Wunden von Fremdstoffen zu befreien und andere feine Arbeiten durchzuführen ist ein Pinzette unerlässlich.

Plaster Set:
Pinzetten:
First Aid Only Pflaster-Sortiment in verschiedenen Größen und Ausführungen, 100 Stück
Kaufe ein Pflasterset mit unterschiedlichen Grössen und Abmessungen und nimm einen Teil der Pflaster in dein EDC Stufe 1 Kit - den Rest brauchst Du Zuhause oder im Auto. Schräg- und Spitzpinzette - mit der Kombination lassen sich praktisch alle Wunden sauber reinigen.

Sämtliche Medikamente die wir hier erwähnen sind nicht absolut notwendig, um Leben zu retten, aber sie können in vielen Alltagssituationen hilfreich sein - und das ist exakt das Zeil des Stufe-1 Kits. Idealerweise sollte man sich für die Tablettenform der Wirkstoffe entscheiden - Kapseln und Gels sind leicht zerbrechlich und damit für den Alltag nicht geeignet.

Die meisten herkömmlichen Schmerzmittel können auch als Fiebersenker eingesetzt werden und basieren auf einem der folgenden Wirkstoffe:

  • Acetylsalicylsäure: Wirkstoff in z.B. Aspirin, Alka-Seltzer, Tiatral, Acekapton,...
  • Paracetamol: Wirkstoff in z.B. Dafalgan, Panadol, Tylenol,..
  • Ibuprofen: Wirkstoff in z.B. Algifor, Dismenol, Irfen Dolo, Ibuprofen,...

Jeder der Wirkstoffe hat vor und Nachteile - und es ist selbstredend, dass jeder für sich und sein Umfeld eine optimale Wahl treffen sollte. Einige Punkte, die es zu beachten gibt: Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) sollte nicht von Kindern eingenommen werden und wirkt als Blutverdünner. Ibuprofen zeigt Nebenwirkungen bei Leuten mit Gerinnungsproblemen, hohem Blutdruck, Herz- oder Nierenerkrankungen - es wirkt auch blutverdünnend und ist damit bei Blutungen nicht zu empfehlen. Allerdings ist Ibuprofen auch ein Enzündungshemmer - was in vielen Situationen auch sehr hilfreich sein kann. Paracetamol ist der einzige Wirkstoff, der auch bei schwangeren Frauen und Kindern unter 6 Monaten verabreicht werden kann. Auf der anderen Seite kann Paracetamol zu schwerwiegenden Leberschäden führen. Wie erwähnt können alle drei Wirkstoffe als Fiebersenker eingesetzt werden. In unserem Every-Day-Carry erste-Hilfe-Set sind aus all diesen Gründen zu jederzeit alle drei Wirkstoffe vertreten.

Antidiarrhoikum
Schmerzmittel und Fiebersenker:
Imodium akut N duo bei akutem Durchfall mit Krämpfen und Blähungen, 12 St. Tabletten
Gegen Durchfall-Symptome. Bekämpft Schmerzen und Fieber.

Antidiarrhoikum: Wer einmal in der unangenehmen Situation war und mit Durchfall unterwegs war, weiss warum Immodium in ein Alltagskit gehört. Immodium bekämpft die Symtome von Diarrhoe. Stress oder ungewohnte Nahrung können zu Durchfallerkrankungen führen, die nicht nur sehr unangenehm sind, sondern auch zu Dehydrierung und Müdigkeit führen können. Durchfall kann selbst die Stärksten von uns innerhalb von wenigen Stunden zu einem Häufchen Elend werden lassen.

Ein Antiallergikum sollte ebenfalls Teil des Alltag-Kits sein. Wer heftig und regelmässig von allergische Reaktionen betroffen ist (z.B. Heuschnupfen) wir vom Arzt ein eine entsprechende Verordnung erhalten. Aber auch ohne schwere Allergien, können Insektenstiche oder ungewohnte Nahrung zu allergischen Reaktionen führen, die gefährlich sein können. Lorano oder Cetirizin sind aus unserer Erfahrung empfehlenswert.

Stufe 2: Portable Kits für den BOB - mittelgrosse und schwere Verletzungen

Wenn Du dein erste-Hilfe-Kit Stufe 1 voll hast, dann nimm folgende Gegenstände hinzu:
  1. Trauma-Schere
  2. Aderpresse (oftmals Tourniquet) - für Gliedmassen
  3. Druckverband
  4. Spülspritze für die Reinigung
  5. Wundkompressen oder Gazen
  6. Thoraxpflaster oder Chest Seals
  7. Stützverband oder Immobilisationsschiene
  8. Bandagen oder elastische Binde
  9. Frischhaltefolie
  10. Dreieckstuch Bandage
  11. Medizinisches Tape
  12. Sicherheitsnadeln
  13. Fusspflege- und Blasenkit: Nadel mit Faden in Isopropanol
  14. Vaseline oder Petrolatum
  15. Rettungsdecken (2 Stück)
  16. Elektrolyt - Brausetabletten

Traumascheren sind eine unheimlich grosse Hilfe, den Zugang zu einer Verletzung freizulegen. Sei es Kleidung, die Riemen eines Rucksacks oder einen Autogürtel beim Unfall auf der Strasse - es ist wichtig die Verletzung direkt auf der Haut zu behandeln. Um Verbandsmaterial zuschneiden zu können, sind Scheren auch sehr hilfreich. Du trägst immer ein Messer bei Dir? Auch dann sind Traumascheren eine gute Wahl: Der Umgang ist deutlich sicherer und wirkt auf Schaulustige nicht ganz so dramatisch.

Beste Traumaschere für die Meisten
Upgrade:
RISEMART Medizinische Verbandschere und Diagnostikleuchte
Solide Traumaschere mit zusätzlicher Diagnostikleuchte. Klappbare Edelstahl-schere mit Holster, Anhängehöse und einer Carbide-Spitze um Glas einzuschlagen..

Aderpressen (manchmal auch Torniquets gennant) müssen Teil des erste-Hilfe-Kits sein, da sie schnelle und massive Blutungen, z.B. bei Schnitt-, Stich-, oder Schussverletzungen, stoppen. Typischerweise sprechen wir hier von arteriellen Blutungen an Armen und Beinen, die jemanden innerhalb weniger Minuten verbluten lassen können. Unter anderem deswegen haben Sanitätssoldaten die Aderpressen häufig nicht im Erste-Hilfe-Kit, sondern am Gürtel - einfach weil es in der Regel sehr schnell gehen muss.

Druckverband sind das Equivalent der Aderpresse für Körper, Kopf und andere spezielle Verletzungen. Blutung können am besten mit direktem Druck unter Kontrolle gebracht werden. Das macht die Aderpresse sehr gut für Beine und Arme, aber eben nicht am Körper und am Kopf. Häufig sind in Druckverbänden auch gleich Harte Gegenstände (z.B. kleine Kunststoffschalen oder Stäbe) vorhanden, die helfen, den Druck an die richtige Stelle zu führen.

Beste Aderpresse
Bester Druckverband:
Erlsig Tourniquets, 2 Stück Tourniquet oder Aderpresse
Günstige und robuste Aderpresse. Kommt im Duo-Pack. Leichter und einfach anzuwendender Druckverband - ein absolutes Muss für die medizinische Notfallbehandlung.

Spülspritzen und Pinzetten sind unabdingbar um Wunden zu reinigen und Fremdpartikel auszuspülen. Eine Pinzette solltest Du bereits in deinem Stufe-1 Kit haben. Die Spritze brauchst Du, um sauberes Wasser in die Wunde zu drücken und sie damit zu reinigen.

Wundkompressen sind Wundauflagen, die aus einem Stück Gaze, Vlies oder gefalteten Tüchern zur Blutstillung, zum Auftragen von Salben oder als Schutz der Wunde aufgetragen werden. Da Wundkompressen direkt mit der Wunde in Kontakt treten, sind sie steril zu halten und nicht wiederzuverwenden. Einige Kompressen können auch direkt als Bandagen verwendet werden.

Spülspritzen
Sterile Wundkompressen/Gaze
5 Plastikspritzen 50 ml
Fünf steril verpackte Eiwegspritzen aus 3 Teilen, latexfrei. Sterile Wundkompressen, Gazepads auch als Tupfer verwendbar. 4-lagig und mit je 5 Kompressen pro Packung.

Thoraxpflaster oder Chest-Seal sind nützlich, um die Expansion und die Kontraktion der Lunge aufrecht zu erhalten, wenn diese punktuiert ist. Bei Stich-, Schuss- oder Verletzungen durch spitze Gegenstände, kann die Atmung schwer fallen, da plötzlich nicht mehr nur durch Mund und Nase Luft in die Lunge dringen kann, sondern eben auch durch die Verletzung. Dadurch kann die Lunge "kollabieren" - das Aufbringen eines Thoraxpflasters ist einfach und effizient, um die Atmung aufrecht zu erhalten.

Stützverbände oder Immobilisationsschienen können in eine fixe Form gedrückt werden um beispielsweise den Elbogen, das Handgelenk, Finger, Fussgelenk, Arme oder Beine zu stützen. Zunächst werden zugeschnitten, falls dies notwendig ist, dann an die entsprechende Stelle geformt und schliesslich mit elastischer Binde, fixiert. Ungemein nützlich, wenn man draussen ist und sich den Fuss verstaucht oder das Bein bricht - und trotzdem noch weitergehen muss.

Bestes Thoraxpflaster:
Bester Stützverband:
Kompaktes und leichtes Thoraxpflaster, dass sich leicht unterbringen lässt. Leichte Immobilisationsschiene (92 x 11cm) mit Aluminiumkern und weichem Schaumstoff überzogen. Lässt sich zuschneiden und stützt zuverlässig bei verschiedenen Verletzungen.

Bandagen oder elastische Binden dienen der Sicherung von Gazen, Stützverbänden oder zum Schutz der Wunde. Wir empfehlen selbstklebende Binden, obwohl dies nicht unbedingt notwedig ist.

Medizinisches Tape: Zwar funktioniert im Notfall praktisch jedes Tape um einen Verband zu fixieren, allerdings sind Duct-Tape oder ähnliche Marken (Gorilla Tape, ...) nicht für den medizinischen Bereich gedacht - sie enthalten Chemikalien, die nicht für Wunden nicht förderlich sind. Ausserdem kann beim Abnehmen, die Haut verletzt werden. Sicherheitsnadeln sichern deine Verbände zusätzlich ab und sind beliebig wiederverwendbar.

Selbstklebende Bandage:
Medizinisches Tape:
Flexible und elastisches Vliesgewebe. In verschiedenen Farben und Formen erhältlich. Wasserfestes und gut hautverträgliches Tape. Achte darauf, dass Du im Multipack kaufst, ansonsten sind medizinische Tapes relativ teuer. In verschiedenen Farben erhältlich.

Transparente Frischhaltefolie ist eine gute und günstige Art,Wunden zu bandagieren. Die Wunde lässt sich so überwachen, ohne das dauernd der gesamte gelöst werden muss. Auch sehr praktisch um zum Beispiel etwas kühlendes auf die Wunde zu halten (z.B. ein Tuch im Wasser getränkt oder Schnee). Es reicht völlig, eine herkömmliche Frischhaltefolie in zwei Teile zu trennen und einen kleinen Teil davon im Stufe-2 Kit zu haben (den Rest kannst Du direkt ins Stufe-3 Kit legen).

Dreieckstuch Bandagen sind eine gute Ergänzung für die Versorgung von Wunden. Einfach und flexibel einsetzbar sind sie auch besonders für Kopfverletzungen praktisch.

Fusspflege- und Blasenkit: Wer lange zu Fuss unterwegs sein muss, wird überrascht sein, wie schmerzhaft Fuss-blasen sind. Wichtig ist deswegen, die entsprechenden Schuhe richtig einzulaufen und regelmässig zu verwenden. Trotzdem können Blasen nicht immer vermieden werden und - ähnlich wie beim Durchfall - die stärksten unter uns verkrüppeln. Bevor Blasen entstehen, lässt sich mit dem medizinischen Tape etwas Schutz aufbauen (bitte nicht mit Gorilla Tape versuchen). Sobald die Blase entstanden ist, kann das Tape in einer U-Form darum geklebt werden, um etwas Reibung zu vermeiden. Blasen sind Verbrennungen und sollten intakt gehalten werden. Ein Öffnen bewirkt in der Regel nur, dass Du dich länger um eine grössere Wunde kümmern musst, und damit ein entsprechendes Risiko eingehst. Effizient kann hingegen sein, eine Nadel mit einem Faden durch die Blase zu stechen um damit der Flüssigkeit ein Ablaufen zu ermöglichen. Der Faden und die Nadel sollten in einem kleinen Behälter mit medizinischem Alkohol aufbewahrt werden. Damit kannst Du notfalls auch Wunden nähen.

Vaseline oder Petrolatum ist nützlich, um Hautrisse oder Lippen zu pflegen und um eine schützende Schicht zwischen Wunde und Bandagen/Kompressen anzubringen. Wenn Du eine Box nimmst, achte darauf, dass Du saubere Finger oder Werkzeuge verwendest. Vaseline ist in Kombination mit Stoffen auch ein guter Feuerstarter.

Dreieckstuch-Bandage:
Vaseline Petroleum:
Multifunktionale Dreieckstuch-Bandage - ideal für Kopfverletzungen, Schlingen oder Schienen. Günstig, bewährt und in vielen Situationen hilfreich.

Rettungsdecken sollten in jedem Fall in deinem Bug-Out-Bag Platz finden. Wir platzieren sie in der Regel in der erste-Hilfe-Ausrüstung Platz finden - nachdem eine Wunde verletzt ist (und möglicherweise die Kleidung entfernt wurde) muss man den Verletzen vor dem Auskühlen bewahren.

Beste Rettungdecken
Strapazierfähige ultradünne Folien die jedem Wetter trotzen. Grösse: 2.1 x 1.6m. Günstigere Lebensretter gibt es nicht.

Elektrolyte helfen Dir, im Notfall mühsame Krämpfe zu beseitigen. Eine Handvoll Brausetabletten ist durchaus ausreichend.

Stufe 3: Komplette Erste-Hilfe-Ausrüstung für Zuhause oder im Auto

Sobald Du dein erste-Hilfe-Kit der Stufe 2 komplettiert hast, ergänze deine Haushalts- oder Autoapotheke voll mit folgenden Gegenständen:
  1. Fieberthermometer
  2. Augenspülflasche
  3. Kalt/Warm Kompressen
  4. CPR Beatmungsmaske
  5. Nitril-Handschuhe
  6. Medizinischer Ratgeber

Fieberthermometer helfen die Temperatur besser zu quantifizieren - das ist vorallem bei Kindern und Senioren enorm wichtig.

Mit einer Augenspülflasche kann ein verletztes Auge von Fremdkörpern befreit werden oder eine Kontaminierung verdünnt werden, wenn zum Beispiel ätzende Flüssigkeiten eintreten. Zuhause lassen sich Augen auch mit einer Duschbrause auswaschen, allerdings ist das deutlich schwieriger und birgt die Gefahr, das Auge zusätzlich zu verletzen (bitte ohne hohen Wasserdruck Auswaschen)

Fieberthermometer:
Notfall-Augenspülflasche:
Einfaches Digitalthermometer - nicht so genau wie ein Infrarot-Thermomether, aber auch deutich günstiger. 500ml NaCl Lösung in Notfall-Augenspülflasche mit ergonomisch geformter Augenmuschel. Hilft bei allergischen Reaktionen oder bei mechanischen Verunreinigungen der Augen.

Kalt/Warm Kompressen oder sogenannte Cold/Hot-Packs sind nützliche Kompressen, die sich Zuhause einfach im Tiefkühler bereithalten lassen oder schnell aufgewärmt werden können. Damit lassen sich Verstauchungen oder Verbrennungen schnell und unkompliziert behandeln.

CPR Beatmungsmasken werden heute häufig nicht mehr als kritisch erachtet. Wir sind dort, insbesondere im erste-Hilfe-Kit im Auto anderer Meinung: Bei fremden Leuten, wie dies in der Regel bei Autounfällen der Fall ist, möchten wir die Hürde zur Hilfe nicht durch eine unterlassene Hygienemassnahme einschränken. Gleiches gilt für die Nachbarn, die man vielleicht nicht so gut kennt. Aus dem gleichen Grund haben wir sowohl im Haus- als auch im Auto-erste-hilfe-Koffer einige Nitril-Handschuhe . Diese sind günstig, kompakt und sollten wenn immer möglich getragen werden. Es ist allerdings so, dass es nicht primär zum Schutz der helfenden Hand notwendig ist (die Wahrscheinlichkeit, dass eine ansteckende Krankheit bei der ersten-Hilfe übertragen wird, ist extrem klein - es ist wahrscheinlicher, dass über Mund oder Nase angesteckt wird) - aber zum Schutz des Verletzten. Infektionen von Wunden, nur als Beispiel, sind eine häufige Ursache für Schwierigkeiten nach der medizinischen Erstversorgung. Diese können nachweislich reduziert werden, wenn mit sauberen Handschuhen gearbeitet wird.

Kalt-/Warm-Kompressen:
Notfall-Beatmungsmaske:
Hot-/Cold-Pack set in verschiedenen Grössen. Hilft bei Verbrennungen, Insektenstichen, Fieber, Zerrungnen, Prellungen und vielen anderen Verletzungen. Notfall-Beatmungsmaske - insbesondere für im Auto-Erste-Hilfe-Koffer sinnvoll.

Niemand kann sich an alles erinnern - und manchmal müssen wir ein wenig nachhelfen: Einen medizinischen Ratgeber bereit zu halten, ist immer sinnvoll und gibt Sicherheit.

Bester Medizinischer Guide - englisch
Englischsprachiger Wälzer (über 600 Seiten) von einem Mediziner-Ehepaar. Umfassend und up-to-date, leider nur in englischer Sprache verfügbar. Für Katastrophen-Vorbereiter, Prepper und Survival-Gurus absolut empfehlenswert.

Taschen und Behälter für die erste-Hilfe-Kits

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erste-Hilfe-Kits praktisch zu verstauen. Wir mögen sowohl für unseren Every-Day-Carry Stufe 1 Kit als auch für Stufe 2 Tasche MOLLE Taschen. MOLLE steht für "Modular Lightweight Load-Carrying Equipment" und wird von vielen Streitkräften mittlerweilen als Standard definiert.

Wir achten ausserdem darauf, dass wir Medikamente in einem separatem Behälter aufbewahren und damit eine gute Übersicht beibehalten - insbesondere die Trennung von Verbandsmaterial, Medikamenten und Werkzeugen ist dabei sinnvoll.

Beste Tasche für die Meisten:
Robuste Tasche aus Nylon, mit Innenteilern. Masse: 27.5 x 35 x 22.5 cm.

Für den erste-Hilfe-Koffer zuhause oder auch im Auto ist ein einfacher, transparenter Plastikbehälter meist ausreichend. Wer natürlich mehr finanzielle Mittel investieren kann, kann sich hier auch beliebig ausgeklügelte Systeme anschaffen.

Tasche für Stufe 1 Kit:
Umfangreicher High-End Erste-Hilfe-Rucksack für Stufe 2 oder 3:
Tasmanian Tiger TT Tac Pouch 1, Schwarz, 15 x 10 x 4 cm
MOLLE-kompatible Tasche für das Stufe 1 erste-Hilfe Kit. In verschiedenen Farben erhältlich. Vollumfänglihcer erste-Hilfe-Rucksack mit Regenhülle und transparenten Zusatztaschen für Medikamente und Kanülen. Ca. 40 L Volumen. Teuer.



In unserem Erste-Hilfe-Artikel